Seniorenausflug 2008 nach Passau

Es war 6:58 Uhr am 02.September, als Otto die Türen schloss und uns aus dem noch nebligen Neckartal über die mit Wacholderheiden bewachsene
Schwäbische Alb, an Ulm, Augsburg, und München vorbei ins sonnige Niederbayern nach Passau chauffierte.

Ach welche Freude, vertraute Gesichter zu sehen! Endlich konnte man sich wieder über die Sommerveredelung der Apfelbäume unterhalten,
die Goldparmäne - drei Bäume im Garten und jeder schmeckt anders, die alten Sorten sind auch nicht mehr die alten. Manchmal würde ein Außenstehender uns Senioren für einen Kleingartenverein halten, aber nein, wir sind bekennende FISCHER. Dennoch tut es gut, von dem einen, dem anderen und noch von vielem mehr zu reden. Ach, was haben wir nicht alles an Themen gehabt in den drei Tagen, sie reichten bis in die Schulzeit, die Lehrer, die Lehrmeister, alle kamen sie dran. Dann der erste Halt, bewährte Wurst mit Brötchen, dazu etwas Flüssiges, das tat gut. Nun trat Karins Poldi in Aktion ( ja Dieter, ein bisschen gehört er auch Dir), ein Mausnest ist für einen Dackel eine Herausforderung, nur so viel: er war erfolgreich. Weiter ging die Fahrt nach Passau, eigentlich noch ein paar Meter darüber hinaus in das „Hotel zur Post“ in Erlau.

Die Atmosphäre dieses Hauses vermittelte sofort das Gefühl von Geborgenheit. Ein Spaziergang im Tal, ein Blick rechts und links zu den Hängen der Donau, ein vorbeifahrendes Schiff, die Seele kam zur Ruhe. Braucht es mehr nach einem langen Tag, als mit Freunden in netter Runde zu sitzen, ein gutes Essen und bekömmliche Getränke. Wir waren zufrieden und der Tag neigte sich dem Ende. Am nächsten Morgen stand eine Fahrt mit dem Kristallschiff „ Donau“ auf dem Programm.

Das Zusammenspiel von Licht, Wasser und edlen Kristallen schafft eine Atmosphäre, die einfach jeden in ihren Bann zieht. 70.000 Kristalle überall
auf dem Schiff verteilt, der Welt größter Kristalleuchter mit 1,5 Millionen geschliffener Glitzer, welch ein Glanz! Die Fahrt nach Kasten und zurück zwischen Städten, Burgen, Schlössern und den grünen Hängen - einfach schön.

Danach zog uns das Mittelalter in seinen Bann. Ein herrschaftlicher Edelmann erwartete uns vor dem Rathaus, der beim Gang durch Gassen und über Märkte seine Stadt und ihre Geschichte auf ganz besondere Art seinen Besuchern nahe brachte. Diese Kostümführung, bei der so mancher seine Rolle zugeteilt bekam, war herrlich. Der eine benötigte drei Frauen und eine Wallfahrt, bis der Kindersegen kam, eine andere wurde gar wegen ihrer weltlichen Begierden an den Pranger gestellt.

So bekam fast ein jeder sein Fett ab, ob edle Dame oder feiner Herr, auch die hohe Geistlichkeit, keiner wurde ausgespart, auch die österreichische Kaiserin Sisi nicht. Wir haben auf alle Fälle herzhaft gelacht. An solch einem Tag in Passau ist schnell Abend, das Essen wartet. Aber dann, nach dem Abendessen ein Alleinunterhalter, der diesen Namen verdient. Mit Akkordeon, Keyboard und einer angenehmen Stimme sorgte er bis spät in die Nacht für gute Unterhaltung. Es wurde bei den Senioren noch nie so viel getanzt. Schneller als gewünscht kam der Tag der Heimreise. Nach einem ausgiebigen Frühstück verstaute Otto Heininger, unser beliebter Busfahrer – ihm sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt, weiß man sich doch in seiner sicheren Hand –, die Taschen und Koffer. Noch einmal durch Passau, ein letzter Gruß der drei Flüsse-Stadt mit dem alles überragenden Dom, der trotz seiner imposanten Erscheinung nicht erdrückend wirkt. Die kleinen Geschäfte in den engen Gassen, prächtige Patrizierhäuser, Burgen und Schlösser stehen am Zusammenfluss von Donau Inn und Ilz. Nun ja, es musste geschieden sein. Dem Wetter noch ein Hochgesang, hat es uns doch aufs Vortrefflichste verwöhnt.

Nur erwähnen möchte ich, dass wir auf der Rückfahrt auch im KZ Dachau waren. Jedoch sind die Gefühle und Gedanken, die einen jeden an einem solchen Ort bewegen, zu individuell, als dass man allgemein darüber berichten könnte.

Eine kurze Kaffeepause im „Bauernmarkt“ auf dem Weg zur letzten Station nach Berghülen auf der Schwäbischen Alb. Hier saßen wir nochmals bei einem guten Abendessen im „Gasthaus Ochsen“ beisammen, redeten von den letzten Tagen und dem Erlebten. Dass es auf dem letzten Wegstück nach Tübingen regnete, störte uns nicht mehr.

Karin und Dieter, Ihr habt es wieder fertiggebracht, uns ein paar schöne Tage zu bescheren, Euch ein ganz großes Lob und herzlichen Dank!

Theo Aberle



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