Buhnen im Neckar

Im Arbeitskreis "Lebendiger Neckar" in Tübingen haben sich seit dem Jahr 2000 BUND Tübingen, Kreisfischereiverein Tübingen, die Naturfreunde, Freunde der Schlossfledermäuse, LNV Arbeitskreis Tübingen, NABU Tübingen sowie der Verein zur Erhaltung bedrohter Tierarten und ihrer Lebensräume - VEbTiL, das Umweltzentrum Tübingen und die Stadt Tübingen zusammengeschlossen.

Erste Initiativen des Arbeitskreises erstrecken sich auf die Neckarzuflüsse Ammer und Steinlach und den Bau von drei Flechtwerksbuhnen im Neckar oberhalb der Stadt.

Diese wurden von den Mitarbeitern im Rahmen des Aktionstags "Lebendiger Neckar" am 14. Oktober 2000 errichtet. Ihr Zweck ist es, im Neckarmutterbett, in welchem aufgrund der Ausleitung für das Kraftwerk der Stadtwerke Tübingen gewöhnlich nur 1.800 Liter pro Sekunde fließen, eine auch für Barbe und Hasel ausreichende Wassertiefe zu gewährleisten.

Daneben bieten die Flechtwerksbuhnen auch für die Kleinlebewesen des Neckars und verschiedene Vogelarten wie Eisvogel und Graureiher geeignete Ansitzwarten und Lebensräume.

(J. Reis - Büro am Fluss)
Buhnen im Neckar
Foto: Flechtwerksbuhne im Neckar oberhalb der Stadt Tübingen, Foto Büro am Fluss

Fotdokumentation von Michael Faiß (KFV - Tübingen)



   

Blick von der Hirschauer Straßenbrücke, Oktober 1976:

Schon 1976 beantragte Wilhelm Binder (Naturschutzbeauftragter LRA) für die privaten Naturschutz- und Wandervereinigungen "die Wiederherstellung eines naturnahen Ufers (Bepflanzung, Mäharbeiten auf ihre Notwendigkeit überprüfen)..."

"Der Flussabschnitt zwischen Freibad und dem Stauwehr wurde durch Ausbaumaßnahmen negativ umgestaltet. Die Uferböschungen sind kahl. Sie sind mit kurzem Rasen bewachsen, der einen erheblichen Pflegeaufwand erfordert. Spärliche Neupflanzungen gibt es nur an der Dammkrone (Abb. 27). Hier sollten dringend weitere Pflanzungen mit standortgerechten Bäumen und Sträuchern vorgenommen werden."

(aus "Gestaltung des Neckartalraumes und Erhaltung der Seen von Neckartenzlingen bis Rottenburg" von Harald Buchmann und Wilhelm Binder, 1976)

     
 

Hirschauer Straßenbrücke, September 1997:

Auch seit der Forderung von Herrn Binder vor fast 30 Jahren hat sich hier nichts geändert.


   
 

Hirschauer Straßenbrücke, Juni 1999:

Der Neckar senkte sich hier in der Ausleitungsstrecke des Kraftwerkes nach dem Umbau der Querbauwerke um fast einen Meter ab. Die garantierte Durchflussmenge liegt bei 1500 l/sek. Die Durchflussgeschwindigkeit erhöhte sich leicht.


   
 

Platz von Buhne 1, September 2000:

Deutlich sieht man hier die gleichförmige Sohlstruktur in dem durchgängig nur 30 cm tiefen Wasser.


   
 

Buhne 1, Oktober 2000:

Mitglieder des KFV und BUND beim gemeinsamen Buhnenbauen. Durch Hochwässer sollen sich an diesen Stellen der Buhnen die Sohlstruktur durch Umlagern des Kieskörpers ändern. Es sollen sich Anlandungen und Kolke bilden, die Einstände und Laichmöglichkeiten für viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten bedeuten.


   
 

Buhne 1, Oktober 2000:

Die erste Buhne ist fast fertig. Man muss nur noch die überstehenden Weidenpfosten absägen.