Eine kleine Dokumentation übers Fliegenbinden

Winterzeit ist Bindezeit!


Eine kleine Dokumentation übers Fliegenbinden

Gut besuchet war er, der Fliegenfischerstammtisch im November, waren doch rund ein duzend Fliegenfischer gekommen. Sogar ein "Kollege" vom Fischereiverein Burlafingen, hatte sich nach Tübingen "verirrt".

An sich kein Wunder, war doch der Abend einem interessanten Thema gewidmet, dem Fliegenbinden. Die meisten hatten ihr Bindezeug mitgebracht und arbeiteten daran, ihre Fliegendosen wieder aufzufüllen, tauschten dabei Fliegenrezepte und Bindetricks, oder fachsimpelten über dies und jenes und über Gott und die Welt.

Und irgendwann zwischendurch entstand die Idee, wenn das Interesse amFliegenbinden doch schon bis Burlafingen reiche, man eigentlich mal versuchen sollte, diese doch eher geruhsame (und wie man sieht auch geselligen) Seite des Fliegenfischer-Hobbies einem größeren Personenkreis zugänglich zu machen.

Und so entstand dann der Plan eine kleine Dokumentation anzufertigen, die, verteilt über mehrere Ausgaben, im "Kreisfischer" erscheinen solle. Jeder der anwesenden Fliegenbinder sollte eines seiner Lieblingsmuster vorstellen: nicht allzu schwierig zu binden sollte es sein, und viele Fische sollte es fangen. Gebrauchsfliegen also, abgestimmt auf unseren Gewässern, und zusammen mit dem Binderezept sollten auch noch Tips zur Verwendung der Muster gegeben werden. Was so richtig aus der Praxis halt...

Und damit die ganze Sache ja nicht zu trocken oder theoretisch ausfalle, haben sich die Binder kurzerhand entschlossen ein Muster ihrer Schöpfungen zu stiften. Nur lassen sich Fliegenmuster per "Kreisfischer" schlecht verschicken, deshalb der Entschluß diese einer Dauerausstellung zuzuführen: ab sofort hängt im Vereinsheim eine kleine Vitrine, in der die vorzustellenden Fliegenmuster im Original bewundert werden können.

"Was für ein Aufwand", wird sich jetzt der eine oder andere denken. Aber, Hand aufs Herz, kleine Kunstwerke sind sie schon, diese Fliegen...

Und, einen weiteren Vorteil hat's auch noch, wenn man im Vereinsheim vorbei kommt und sich die Dinger Vorort anschaut: oft ist einer der "Künstler" anwesend und kann einem dann direkt Rede und Antwort stehen.

Aber genug der Vorrede -- dies ist nun der erste Teil besagter Dokumentation: die "Yellow Dun" von Michael Faiß.


Trockenfliegenmuster


Die "Yellow Dun" von Michael Faiß

Die "Yellow Dun" ist eine sehr einfach zu bindende, aber trotzdem fängige Trockenfliege auf Äsche, aber auch Forelle. Der für Hechelfliegen typische Hechelkranz verleiht der Fliege sehr gute Schwimmeigenschaften. Behandelt man die Hechel mit etwas Entenbürzelfett ist die "Yellow Dun" nahezu unsinkbar.

Gefischt wird sie an sehr dünnem Vorfach, z.B. Stroft GTM mit 0.12 oder 0.14mm. Man wirft die Fliege in die Strömung oberhalb des Fisches und läßt sie dann frei auf ihn zutreiben. Packt der Fisch zu, schlägt man sofort an. Wenn nicht, läßt man die Fliege weiter abtreiben, nimmt sie weit hinter dem Fisch wieder auf und "serviert" sie von neuem.

(Anm. des Redakteurs: wenn die Äschen steigen sind die "Duns" von Michael echtes Dynamit, egal ob gelb, weiß oder schwarz. Ich weiß wovon ich spreche, könnt ihr mir echt glauben, denn mir hat der Michi schon mal 'n paar den Dingern 'vererbt'...)

Yellow Dun

Bindeanleitung:

  • Haken: #16 Partridge G3A
  • Hechel: Hahnenhechel blue dun
  • Schwanz: einige Fibern der blue dun Hechel
  • Körper: gelbes Bindegarn

Der Hakenschenkel wird beginnend am Öhr mit einer Grundwicklung beleget, anschließend wieder bis zur Mitte zurückgewickelt. Dann wird der Schwanz eingebunden. Der Faden läuft dabei bis zum Hakenbogen, anschließend wieder zurück zur Schenkelmitte. Dort wird nun wird die Hechel eingebunden, sodann der Faden Richtung Öhr geführt. Aus der Hechel wird ein dichter Hechelkranz gewickelt, anschliessend wird die Hechel festgelegt. Nun formt man aus Faden den Kopf und sichert mit mehreren "Halfhitches" (oder einem Kopfknoten) sowie einem Tropfen Bindelack.

Wichtig dabei ist, daß die Proportionen des Musters in etwa eingehalten werden.

Michael verwendet relativ kleine, dafür aber dickdrähtige Haken wie den Partridge G3A. Mit kleinen, dünndrähtigen Trockenfliegen-Haken hat er schlechte Erfahrungen gemacht; gute Fische haben ihm diese schon aufgebogen.