Rückläufigen Fänge trotz höherem Besatz

Eine Sache, die nicht nur Sie, sondern auch den Ausschuss und insbesondere uns, d.h. Heiner und mich betrifft, sind die rückläufigen Fänge in der letzten Zeit, trotz (!) teilweise höherem Besatz. Wir beschäftigen uns seit einiger Zeit mit den möglichen Ursachen dieses Phänomens. Die rückläufigen Fänge sind nämlich nicht nur bei uns im KFV, sondern auch bei unseren unmittelbaren Nachbarn zu verzeichnen. Nachforschungen im Internet zeigten zudem, dass es sich nicht nur um ein lokales Problem handelt, sondern Fangrückgänge flächendeckend im ganzen Land, als auch im benachbarten Ausland zu beobachten sind.

Wenn wir 20 Jahre fast immer nach dem gleichen Prinzip Besatzmaßnahmen durchführen und die Fänge zurückgehen, drängt sich der Gedanke auf, dass wir etwas falsch machen. Bei einer Rückfangquote von teilweise unter 40%, sind auch Unkenrufe wie: "Ihr tut nichts rein" oder "da muss mehr besetzt werden" absolut fehl am Platz!

Um gegen den Fangrückgang etwas sinnvolles zu unternehmen, haben wir im Ausschuss versucht die Ursachen zu ergründen. Dabei wurde allen recht schnell klar, dass wir es mit einem komplexeren Sachverhalt zu tun haben, als manche zuvor dachten.

Mögliche Ursachen könnten sein:

  • Fortpflanzungsschwäche durch hormonelle Belastung
  • Zuwenig nachwachsende Fische
  • Beeinträchtigung der Gesundheit der Fische und damit ihrer Fitness
  • Gesundheitsschäden, die zum vorzeitigen Tod führen
  • Belastung druch Chemikalien
  • Ungenügende Gewässerstruktur (Unterstände, Flachwasserzonen, Strömungsbereiche .... )
  • Erhöhter Feinsedimentanteil
  • Geringere Verfügbarkeit von Fischnahrung (klares, bis auf den Grund sichtiges Gewässer)
  • Keine angepasste fischereiliche Bewirtschaftung
  • Übermäßige Entnahme durch fischfressende Vögel Verändertes Angelverhalten
  • Veränderungen der Wassertemperatur
  • Geändertes Abflussregime und damit veränderte Geschiebeführung

    Es gilt nun zu überlegen, welche dieser Ursachen wir mit unseren Mitteln und dem Wissen aus anderen erfolgreichen Projekten (auch andernorts), entgegenwirken können. Erste Schritte, wie der Buhnenbau am Neckar und die Schaffung von Laichzonen am kleinen See wurden schon angegangen. Weitere Maßnahmen wurden angedacht und deren Realisierung im Ausschuss durchgesprochen. Diese Projekte werden z.T. örtlich und/oder zeitlich begrenzt baldigst umgesetzt. Klar ist jedoch jetzt schon eines: Alle dies Maßnahmen greifen nicht von heute auf morgen, werden aber nachhaltig umgesetzt. Sie werden genau beobachtet und verlangen ebenfalls das, was einen guten Angler auszeichnet, nämlich Geduld. Dann ist eines sicher: Die Fänge werden wieder zunehmen.

    Udo Dubnitzki
    (2. Gewässerwart)