Stadtfest 2003 – und wie geht es weiter?

Das Stadtfest 2003 ist vorüber. Ich meine, mit großem Erfolg für den Kreisfischereiverein Tübingen. Die finanzielle Seite kann ich nicht betrachten (darüber sollte unser Kassier berichten), jedoch bin ich überzeugt, dass wir alle eine fast perfekte Präsentation unseres Vereines erreicht haben. Allein unser Standaufbau (vom WKD als bester Stand des Stadtfestes gelobt!) war eine Wucht. Präzise bis ins Detail und mit einer gut eingespielten Mannschaft reibungslos und pünktlich aufgestellt. Profihafte Strom- und Wasseranschlüsse waren garantiert.

Vom Schnellspüler nebst Handwaschbecken mit Kalt- und Warmwasseranschluss über das Küchenzelt, ausgestattet mit Edelstahltischen und Sichtfenster, durch welche unsere Gäste die Zubereitung unserer Meeresfrüchtepfanne verfolgen konnten, bis zum harmonisch abgedeckten Büro- und Lagerraum – alles war bestens auf diesen besonderen Platz an der Jakobskirche abgestimmt. Hinzu kommt, dass mit 3 Pavillons 17 überdachte Biertischgarnituren und unter unserem eigenen Riesenschirm 3 Stehtische angeboten werden konnten. Allein dieser Standaufbau hat viele Gäste bei uns verweilen lassen. Aber wir haben noch weit mehr geboten: Hervorragend eingespielte Standbesatzungen ermöglichten es, dass unsere Bedienungen in kürzester Zeit den Gästen Essen und Trinken servieren konnten. Dafür wurden unsere Bedienungen immer wieder mit reinsten Lobeshymnen überschüttet. Selbstverständlich hat unser Servicepersonal diese Würdigungen an die gesamte Küchenmannschaft weitergegeben. Aussagen, wie: "vom Marktplatz bis zur Kornhausstraße hörten wir 5 mal, dass man zum Essen den Fischerstand an der Jakobskirche aufsuchen soll" bestätigten unsere Zielsetzung. Darüber hinaus wurde von unseren Gästen sehr angenehm aufgenommen, dass wir am Freitagabend gar keine Musik und am Samstagabend nur dezente Unterhaltungsmusik durch einen Alleinunterhalter angeboten haben. Gegenüber der sonstigen Stadtfestbeschallung war somit an der Jakobskirche eine Oase der Ruhe zu finden, was viele Besucher zum längeren Verweilen bei unterhaltsamen Gesprächen veranlasst hat.

 

Auch für unsere kleinen Gäste haben wir dieses Jahr erstmalig etwas besonderes geboten: Heiner Märkle stellte uns ein Holzboot nebst selbstgebastelten Holzfischen mit Angelstecken zur Verfügung. Das Boot war schnell mit Wasser gefüllt und zahlreiche Kinder fanden ihren Spass, mit viel Geschick und Ausdauer die Fische an den Haken zu bekommen. Der Erfolg wurde von uns mit Süßigkeiten belohnt. Das war eine tolle Idee – vielen Dank Heiner Märkle.

 

Als bedauerlich empfinde ich jedoch, dass das Stadtfest in unserem eigenen Verein nicht den nötigen Stellenwert findet bzw. gefunden hat. So hätte ich es gerne begrüßt, wenn im letzten Kreisfischer Juni 2003 nicht nur ein Mini-Hinweis, sondern eine Aufforderung zum Besuch unseres Stadtfeststandes, gekommen wäre. Deshalb war es auch kein Wunder, dass wir am Stand keine 30 Mitglieder als Besucher zählen konnten. Für mich liegt die Vermutung nahe, dass sich der Verein von der Stadtfestteilnahme zurückziehen will. Sollte dies so sein, empfände ich diese Entwicklung als herben Schlag gegen alle Arbeitskräfte. Und nicht nur das, sondern wir alle hätten eine beträchtliche Fehlinvestition zu verschmerzen, denn ein Großteil unseres Standes ist spezifisch auf den Platz an der Jakobskirche angefertigt worden - keine gelungene Motivation für künftige Projekte.

Grundsätzlich bin ich für alle neue Ideen aufgeschlossen. Ein angedachtes Fischerfest am eigenen Heim lehne ich jedoch aus Verantwortung gegenüber dem Verein ab. Kosten und Risiken sind nach meiner Erfahrung nicht mehr zu kalkulieren – eine überregionale Präsentation wie beim Stadtfest wird vermutlich nicht mehr erreicht werden.

Bereits vor 2 Jahren habe ich aus beruflichen Gründen meinen Rücktritt als Organisator für´s Stadtfest und Königsfischen angekündigt. Das Stadtfest 2003 ist vorüber und der Einsatzplan für das diesjährige Königsfischen steht. Deshalb verwirkliche ich jetzt meine Ankündigung und gebe meine inoffizielle Tätigkeit der Festorganisationen auf. Gerne hätte ich einen Nachfolger vorgestellt und vorgeschlagen, aber leider ist es mir in den letzten beiden Jahren nicht gelungen, ein Vereinsmitglied für diese Aufgabe zu finden.

Ich bedauere dies zutiefst, werde meine Entscheidung deshalb aber nicht rückgängig machen. Jedem Interessenten für diese Aufgabe biete ich aber meine passive Unterstützung an, sei es Informationsaustausch oder die zur Verfügungstellung von mir erarbeiteter Unterlagen.

Zum guten Schluss bedanke ich mich nochmals aufrichtig und recht herzlich bei allen Vereinsmitgliedern und Freunden, welche mich und meinen Bruder in all den vergangenen Jahren weit über das geforderte Maß hinaus so tatkräftig und erfolgreich unterstützt haben. Damit verbinde ich aber auch den herzlichen Wunsch, dass Ihr Alle meinem hoffentlich bald gefundenen Nachfolger die selbe Treue und Arbeitsfreude entgegenbringt – zum Wohle unseres Vereines. Gleichzeitig rufe ich alle Mitglieder auf, sich zur Teilnahme an den Arbeitseinsätzen "Feste und Königsfischen" auf der Geschäftsstelle oder bei meinem Bruder Rainer zu melden.

Ich wünsche unserem Verein weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung seiner Ziele und verbleibe mit einem allzeitig erfolgreichen "Petri Heil"

Euer
Jochen Schuler